Mit der Tür ins Haus – und gleich wieder hinaus
“ich bin ausgebildete Kauffrau für Bürokommunikation und habe im vergangenen Jahr eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin, mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft, erfolgreich beendet. Nun möchte ich mein erlerntes Wissen und Können bei Ihnen anwenden, mich neuen Herausforderungen stellen und beruflich wie persönlich weiterentwickeln.”
So beginnt ein Anschreiben für die Bewerbung als Sekretärin. Die Bewerberin wundert sich, dass sie nach über 80 Bewerbungen immer noch keinen Erfolg hat. Lesen Sie bitte den Text genau durch und überlegen Sie, welchen Nutzen die Mitarbeit der Frau Ihnen im Unternehmen bringt. Merken Sie es? Es tauchen ganz viele Fragen auf:
“Warum bewirbt sich eine staatlich geprüfte Betriebswirtin, Schwerpunkt Personalwirtschaft, auf eine Sekretärinnen-Stelle?”
“Welches erlernte Wissen und welches Können besitzt die Dame?”
“Wieso geht die Bewerberin davon aus, sich in meinem Betrieb persönlich und beruflich weiterentwickeln zu können?”
Damit ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Anschreibens nicht erfüllt: Interesse wecken.
Der erste Abschnitt der Textpassage gehört sinngemäß in den Absatz zur Berufsausbildung – meistens der zweite Absatz. Das andere kann man getrost weglassen, denn: wenn Sie keine neue Herausforderung suchen, warum bewerben Sie sich dann? Eine persönliche Weiterentwicklung kann man auch außerhalb einer Firma vollziehen. Es ist weiter keine nützliche Information im Text vorhanden.
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